Freitag, 22. Februar 2008

Igitte !

Gestern habe ich mich mit meiner Freundin Kirsche getroffen und ihr von meinem Hausmann-Dasein mit all dem Wickeln, Füttern, Waschen und Kochen erzählt.

Dabei fiel mir spontan ein: "Oh Mist, ich wollte doch noch die aktuelle BRIGITTE kaufen!"

Sie, ganz ernst: "Ach, und die BRIGITTE liest du jetzt auch?!?"

Nein, so war das nicht gemeint! Man(n) kann auch Hausmann sein ohne dabei zur Hausfrau zu mutieren - Anpassung ja, Assimilierung nein! Ich fand z.B. auch an dem Manager-Kollegen im zitierten SPIEGEL-Artikel nicht gut, dass er jedesmal einen Kuchen backt wenn andere Mütter zu Besuch kommen. Genau in diesem Konflikt, unterschiedliche Rollen in Perfektion leben zu wollen, liegen nämlich viele Probleme der engagierten Väter, aber dazu mehr im folgenden Artikel aus der aktuellen BRIGITTE (auf den mich eine Leserin meines Blogs aufmerksam gemacht hatte):

Wilkommen im Club
Für berufstätige Mütter ist es schon lange grauer Alltag: erschöpft zu sein, chronisch überfordert und an der Grenze zum Burnout. Jetzt geht es auch den Vätern so.

Auch dieser Artikel schreibt von der stetig wachsenden Zahl engagierter Väter und der damit verbundenen gesellschaftlichen Entwicklung "weg von der traditionellen Familie, hin zu einer neuen Rollenverteilung", die allerdings schon daran zu scheitern droht, dass viele der betroffenen Väter "überfordert, erschöpft und ausgebrannt" sind.

Häme sei eine naheliegende Raktion auf diese Aussage: "Ui, die armen Männer, kaum wagen sie sich in das Problemfeld 'Vereinbarkeit von Kind & Beruf', wo Frauen sich seit Jahrzehnten abrackern, und schon klappen sie zusammen."

Den Hauptgrund für die Anfälligkeit der Männer sieht ein Pädagoge darin, dass sich die Männer "nicht unerheblich in der Familie engagieren, aber dafür nicht die beruflichen Belastungen reduzieren, sondern die Energie in den Bereichen Freizeit, Regeneration, Beziehung und Schlaf abknapsen"! (Ich sag' nur Teilzeitarbeit!)

Außerdem brächten die Männer stärker Stress aus dem Beruf mit nach Hause, sähen sich eher als Einzelkämpfer mit dem Zwang, die Probleme selbständig zu lösen, und seien auch einfach weniger gut auf die Herausforderungen der modernen Familie vorbereitet ("wird schon alles nicht so wild werden").

Auch dieser Artikel geht wieder davon aus, dass die Frauen nicht ganz unbeteiligt an der schwierigen Lage der engagierten Väter sind. So hört mancher Mann, der seine Stundenzahl reduzieren möchte: "Ja, ich will einen emanzipierten Mann der gleichberechtigt Kinder und Haushalt betreut - aber einen der gutes Geld verdient!" Vielleicht boycottieren die Frauen sogar unbewusst die eigentlich gewünschte Veränderung ihrer Männer - z.B. indem sie erstmal dem Kind "Hausschuhe und Strickjacke anziehen und demonstrativ ein bisschen angebrannte Milch vom Ceranfeld kratzen" wenn sie von der Schicht kommen?

Dieser spezielle Konflikt ist für mich kein persönlich großes Thema mehr - schließlich weiß ich schon seit der Lektüre des empfehlenswerten und ebenfalls im Artikel zitierten "Papa Handbuchs", dass Männer sich bzgl. Kindern und Haushalt oft ganz anders verhalten als die Frauen - aber nicht schlechter! Oder, wie der von mir sehr geschätzte Autor Jesper Juul in einem seiner Sachbücher schreibt: Gleichwertigkeit, nicht Gleichartigkeit. Das sollten sich Mutter wie Vater immer mal wieder bewußt machen!

Der Artikel resümiert dass sich "Berufstätige Eltern mit den Problemen herumschlagen, die die Gesellschaft nicht gelöst hat, und sie bekommen die unerledigten Hausaufgaben der Politik aufgebrummt: miserable Betreuungsangebote, zu wenig Geld und zu wenig Zeit für Familien" (OK, da wird wohl jeder zustimmen)

Schließlich gibt es wieder einen Verweis auf Volker Baisch und seinen Väter e.V., sowie auf das fünftägige Seminar "Work-Life-Balance für Männer".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja wir sind ja alle sooo arm dran. Immer nur Stress und Burnout. Die armen Männer, Frauen und Eltern.

Liebe Leut, ich kann das Gejammer nicht mehr hören. Seid froh das ihr Kinder habt.

Nehmt euer Leben mal selbst in die Hand und gestaltet es so wie ihr es haben wollt.

Klar, es wird immer Kompromisse geben, aber die kann man auch bewußt leben und steuern.

Positives Denken!

Markus

Fenderbender hat gesagt…

ebenfalls völlig richtig! :-)